Robert Dadanski mit Regenbogen-Maske / Regenbogen-Behelfsmaske

Der Fall Olaf Latzel bestätigt mein Engagement im CSD


In den fast vier Jahren, in denen ich mich für den CSD Bremen e. V. engagiere wurde ich oft gefragt, wie ich das mit meinem Job unter einen Hut bringen kann. Nun, die Antwort ist: Motivation! Ich leiste es mir, Zeit in den CSD zu investieren. Warum? Weil ich denke, dass einer Welt ohne Hass, Gewalt und Diskriminierung alle ein besseres Leben haben.

Von Beginn an bin ich beim CSD Bremen dabei. Ja, Gründungsmitglied zu sein erfüllt mich schon ein wenig mit Stolz. Ich darf mich mit einbringen, kann gestalten und diesen Verein unterstützen.

Und heute verstehen mich und den Verein eventuell die letzten Kritiker. Der CSD Bremen ist eben keine Party. Natürlich haben wir alle beim Demonstrieren unseren Spaß. Doch der Fall Olaf Latzel zeigt, wie wichtig der CSD Bremen als eine Organisation für Menschenrechte ist und wie wichtig es heute und zukünftig ist, für Menschlichkeit und Vielfalt sowie gegen Intoleranz und Hass einzutreten und sich damit offen auseinanderzusetzen.

Es ist absolut erstaunlich, welche Erkenntnisse sich mir durch den Fall Olaf Latzel persönlich erschlossen haben. Wenn man die Zeitungen verfolgt liest man immer wieder ähnliche Schlagzeilen. Doch meine Aufgabe als Vorstandsmitglied und Pressesprecher des CSD Bremen beschränkt sich nicht nur auf das Schreiben von Pressemitteilungen.

Der CSD Bremen hat am 30.04.2020 einen Strafantrag wegen aller in Betracht kommender Straftaten gestellt. Ja klar, der Dadanski will sich profilieren, denkt wohl der eine oder andere. Aber überlege mal selbst, woher soll ich als Betriebswirt juristisch sicher wissen, was der Unterschied zwischen einer Verleumdung, üblen Nachrede, Beleidigung und Volksverhetzung ist? Objektiv gesehen haben alle der genannten Punkte damit zu tun, dass jemand lügt oder wenigstens etwas Unpassendes sagt (gelinde gesagt).

Aber warum habe ich den Strafantrag für den CSD Bremen e. V. so formuliert? Zum einen sind das fast alles Antragsdelikte, also ermittelt die Staatsanwaltschaft nur dann, wen jemand einen Antrag stellt und zum zweiten: wenn der CSD-Strafantrag sich nur auf eine mögliche Tat beziehen würde, müsste die Staatsanwaltschaft auch nur in dieser einen Richtung ermitteln.

Und dann gibt es auch noch die Vergangenheit. Bereits 2015 hat der Staatsschutz gegen Latzel wegen Verdacht auf Volksverhetzung ermittelt. Aber die Staatsanwaltschaft hat keine Klage erhoben. Und das liegt wiederum an unserem Grundgesetz. Mit dem Artikel 4 GG ist die Glaubensfreiheit in Deutschland ein wichtiges Gut. Stimmt und finde ich auch wichtig! Dieses gilt aber für alle Menschen in Deutschland und nicht nur einige. Und: Religionsfreiheit ist kein Freibrief um andere Personen zu diffamieren, Minderheiten zu diskriminieren oder um zu hetzen. Denn das GG sagt auch in Art. 1: Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.

Aber kommen wir zum eigentlichen Thema, warum ich mich für den CSD Bremen so engagiere: Ich engagiere mich nicht für den CSD Bremen, um einmal im Jahr eine Demo mit anschließender Großparty auf die Beine zu stellen. Nein, Demo und Party sind einfach nur das Werkzeug um auf die Forderungen der LGBTIQ*Community aufmerksam zu machen.

Wir werden weiterhin diskriminiert, weltweit, nebenan in Polen und auch ganz direkt hier vor unserer Haustür direkt in Bremen!

Und was hat der Fall Olaf Latzel geändert?

Eigentlich nichts! Bei mir wenigstens nichts. Aber ich hoffe, dass ein Umdenken langsam stattfindet. Als ich am 04. Mai zur Arbeit ging hat mich eine Kollegin, die die Presse verfolgt hat, gefragt: „Was macht das eigentlich mit Ihnen persönlich Herr Dadanski? Also diese ganzen Kommentare und Leserbriefe von seinen Anhängern?“

Meine Antwort darauf ist gar nicht so wichtig, jedoch stelle ich diese Frage gerne an dich weiter. Wenn du den Fall Olaf Latzel verfolgt hast, was macht der Fall Latzel mit dir persönlich? Verstehst du jetzt mein persönliches Engagement für den CSD Bremen?

CSD Bremen unterstützen?

Wenn auch du dich von meinem Engagement etwas anstecken lassen hast oder generell die Arbeit des CSD Bremen gut und wichtig findest und diese unterstützen möchtest, kannst du das mit einer Spende an den CSD Bremen Förderverein e. V. tun.

Du kannst das hier eingebundene betterplace-Spendenformular nutzen. Betterplace ist ein Produkt der "gut.org gemeinnützige Aktiengesellschaft", die gemeinnützige Organisationen bei der Verwaltungsarbeit unterstützt. Dabei sammelt betterplace alle eingehenden Spenden und überweist mit einer Sammelüberweisung das Geld direkt auf die Konten der jeweiligen Organisation. In diesem Fall auf das Bankkonto des CSD Bremen Förderverein e. V.

Damit nimmt betterplace den Vereinen sehr viel Verwaltungsarbeit ab und die Organisationen haben mehr Zeit für Ihre Projekte, statt die Zeit in die Verwaltung stecken zu müssen.

Übrigens: Am 09.05.2020 hat das CSD Bremen Team seine Regenbogenmasken-Aktion ins Leben gerufen. Als ein kleines Dankeschön schenkt das CSD Bremen Team allen Spender*innen, die mindestens 15 Euro oder mehr spenden, eine Regenbogenmaske. Diese Aktion läuft so lange der Vorrat reicht!

Robert M. Dadanski

Geschrieben von: Robert M. Dadanski

Ausgebildeter Speditionskaufmann, staatl. geprüfter Betriebswirt der Logistik und Qualitätsmanager (IHK). Seit 2009 Geschäftsführer der vardea logistics. Seit Vereinsgründung 2016 im CSD Bremen aktiv.

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